Muskelaufbau beim Hund

Mit dem Thema Muskelaufbau beim Hund beschäftigen wir uns schon längere Zeit, da Holly ziemlich schlaksig ist und ich gerne etwas Stabilität in ihre langen Beine bringen wollte. Also haben wir uns an eine Physiotherapeutin unseres Vertrauens gewandt. Hier also ein kleiner Gastbeitrag zu einem großen Thema.

Muskelaufbautraining ist nicht nur wichtig für Hunde, die im Sport geführt werden, sondern dient auch nach Operationen und zur allgemeinen Fitness unsere Vierbeiner.

Die beschriebenen Übungen sind lediglich Anregungen und Beispiele zum Muskelaufbau. Wichtig ist, dass der Hund gesund ist und im besten Fall von einem Hundephysiotherapeuten durchgecheckt wurde.

Krafttraining und Beweglichkeitstraining
Das Krafttraining dient in erster Linie dem Muskelaufbau. Beim Hund steht die Arbeit mit dem Gewicht des eigenen Körpers im Vordergrund.  Ein Laufband, joggen oder Fahrrad fahren ist ein gutes Ganzkörper Workout und nicht nur als Ausdauertraining geeignet.

Übungen mit Hilfsmitteln wie einem Wackelbrett,Donut Ball, Physiorolle oder Erdnuss sind gut für die Koordination und Kräftigung der Muskulatur. Selbst eine einfache Kombination aus Platz und Steh wird auf einem Balance Kissen zu einem echten Workout.

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Das Beweglichkeitstraining beschreibt die maximale Schwingungsweite einer Bewegung. Sie wird von der maximalen Gelenkbeweglichkeit und der Dehnbarkeit der Kapsel, der Bänder und der Muskulatur bestimmt.
Die Beweglichkeit kann durch verschiedene aktive Übungen sowie durch passives durchbewegen der Gelenke in physiologischer Bewegungsrichtung trainiert werden.

Übungsbeispiele:

Platz – Steh Übung:
Angesprochene Muskeln: langer Rückenmuskel, Beuger und Strecker der Hinterhand
Diese Übung ist vergleichbar mit den menschlichen Liegestützen und spricht neben Oberarm- und Oberschenkelmuskulatur auch die gesamte Rückenmuskulatur an.

Startposition: Hund in Platzposition legen und dem Hund ein Leckerlie anbieten. Dabei ist die Position des Leckerlis entscheidend, damit der Hund sich nicht hinsetzt, sondern direkt in die Stehposition wechselt. Das Leckerlie dem Hund zunächst direkt vor seiner Schnauze zeigen, dabei die Futterhand leicht nach vorne oben bewegen. Wichtig ist, dass der Hund sich aus der Hinterhand nach oben stemmt.

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Slalom durch die Beine:
Angesprochene Muskeln: breiter und langer Rückenmuskel

Diese Übung ist ideal zum Aufwärmen und trainiert insbesondere die Beweglichkeit der Wirbelsäule. Wichtig hierbei ist, dass alle Übungen langsam durchgeführt werden.
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Stehe – Verbeugen Übung:
(Vorderkörpertiefstellung)
Angesprochene Muskeln: Schultermuskulatur, langer Rückenmuskel
Startposition: Der Hund steht quer vor einem. Nun die Futterhand Richtung Boden führen. Wichtig ist, dass der Hund sich nicht hinlegt. Als Hilfe kann man seine Hand unterm Bauch halten oder erstmal nicht lange warten und den Hund schnell auflösen.
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Rückwärtsgehen Übung:
Angesprochene Muskeln: Langer Rückenmuskel, Beuger und Strecker der Hinterhand

Auf den Hund zubewegen bis er einen Schritt rückwärtsgeht. Dies wird sofort bestätigt. Nun wiederholen, bis der Hund mehrere Schritte rückwärtsgeht.
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Isometrische Spannungsübungen
Zu empfehlen sind auch isometrische Spannungsübungen zur Kräftigung der tiefen Stützmuskulatur. Hierbei wird die Muskulatur angespannt, ohne dass sich die Länge des Muskels verändert.
Beispiele zur Kräftigung der Stützmuskulatur
Langer Rückenmuskel
Eine Hand liegt auf dem Schulterblatt des Hundes, die andere liegt auf dem gegenüberliegenden Hüftbereich. Es wird ein sanfter Druck mit beiden Händen gleichzeitig ausgeübt, sodass der Hund seine Rückenmuskulatur anspannt. Dies nach 10-12 Sekunden wieder lösen.
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Hinterhand:
Man stellt sich hinter den stehenden Hund. Beide Hände werden links und rechts auf die Hüfte des Hundes gelegt. Mit einer Hand leichten Druck ausüben, damit der Hund seine Muskulatur anspannt. Auch hier wieder nach 10-12 Sekunden lösen. Das Ganze auf der anderen Seite wiederholen.
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Vorderhand:
Hier ist der Ablauf wie bei der Hinterhand. Statt die Hände auf die Hüfte zu legen, werden diese auf die Schultern des Hundes gelegt.
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Wichtig bei diesen Übungen ist, nicht zu viel Druck auszuüben, da der Hund sonst eine Ausweichbewegung macht.
Für Welpen sind Koordinationsübungen sowie kurzes schwimmen sehr gut. Allerdings sollte man während des Wachstums auf Ausdauer und Krafttraining verzichten!
Generell gilt: Sollte man feststellen, dass eine Übung dem Hund nicht gefällt, verfolgt man diese Übung nicht. (Stress-) Anzeichen können Gähnen, Schmatzen, Kopf wegdrehen oder sich der Übung entziehen sein.
Wir hoffen, dass ein paar hilfreiche Übungen für euch dabei waren. Solltet Ihr noch Fragen haben, könnt ihr sie gerne in den Kommentaren stellen. Kristina von Sprungvoll wird diese gerne beantworten.
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9 Gedanken zu “Muskelaufbau beim Hund

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